Entropie?

 

Was ist Entropie?

Das GE Entropy™ Modul ist zur Anwendung bei erwachsenen Patienten und Kindern ab 2 Jahren in einer Krankenhausumgebung zur Überwachung des zerebralen Zustands vorgesehen. Dabei erfolgt eine Datenerfassung mittels Elektroenzephalographie- (EEG) und Frontalis- Elektromyographie- (FEMG) Signalen. Bei den spektralen Entropiewerten, Response Entropie (RE) und State Entropy (SE), handelt es sich um weiterverarbeitete EEG- und FEMG-Variablen.

Bei erwachsenen Patienten können Response Entropie (RE) und State Entropie (SE) zur Überwachung der Wirkung von bestimmten Narkosemitteln sinnvoll sein und eine auf den individuellen Bedarf des Patienten abgestimmte Titration der Narkosemittel ermöglichen. Zusätzlich kann die Erfassung von Entropie-Parametern zu einer Verringerung des Narkosemittelverbrauchs und zu einem schnelleren Aufwachen nach der Narkose beitragen. Entropie-Messungen müssen stets in Verbindung mit anderen physiologischen Parametern ausgewertet werden.

Vorbereitung

Die Überwachung der elektrischen Hirntätigkeit und Gesichtsmuskeln mit dem Entropie-Modul ist unkompliziert. Einfach den Entropie-Sensor gemäss den der Sensorverpackung beiliegenden Anweisungen an der Stirn des Patienten anbringen. Das Modul überprüft automatisch, ob die Elektrodenimpedanz im unterstützten Bereich liegt und beginnt die Messung. Die Messung erfolgt so lange, bis der Sensor entfernt wird.

Wie wird Entropie berechnet?

Entropie ist ein Mass der Unregelmäßigkeit von Signalen. Bei der Allgemeinanästhesie ändert sich das EEG mit
zunehmender Narkosetiefe von einem unregelmäßigen zu einem regelmässigeren Muster. Auch die Werte der Frontalis- Elektromyographie (FEMG) werden gleichmässiger, wenn das Anästhetikum die tieferen Hirnregionen erreicht. Entropie misst diese Veränderungen durch Quantifizierung der Unregelmäsigkeit der EEG- und FEMG-Signale.

Für Erwachsene gibt es eine spezielle Richtlinie für den Entropie- Bereich, die eine allgemeine Zuordnung zwischen klinischem Zustand des Patienten und Entropie-Werten wiederspiegelt. Die Richtlinie geht aus einer Entropie-Validierungsstudie hervor bei welcher spezifische Anästhetika verabreicht wurden. Die Titration der Anästhetika gemäss dieser Entropie-Richtlinie sollte unter Berücksichtigung des Patientenzustands und Behandlungsplans erfolgen. Die Werte können von Patient zu Patient unterschiedlich sein.

Bei Erwachsenen konnte eine Korrelation zwischen Entropie-Werten und Narkosezustand des Patienten nachgewiesen werden. Hohe Entropie-Werte weisen auf eine starke Unregelmässigkeit des Signals hin, was bedeutet, dass der Patient im Wachzustand ist. Ein gleichmässigeres Signal führt zu niedrigen Entropie-Werten, die auf eine geringe Wahrscheinlichkeit hindeuten, dass der Patient bei Bewusstsein ist.

Die Entropie-Parameter

Es gibt zwei Entropie-Parameter: die schnell reagierende Response Entropie (RE) und die konstantere und stabilere State Entropie (SE). State Entropie ergibt sich aus dem EEG-Signal und errechnet sich für einen Frequenzbereich bis zu 32 Hz. Response Entropie beinhaltet höhere Frequenzen bis zu 47 Hz. Somit ermöglichen die schnellen FEMG-Signale eine schnelle Reaktionszeit der RE.

 Entropie-Richtlinien bzw. Werte

Response Entropie (Anzeigebereich 0–100)

Die Response Entropie reagiert auf die Aktivierung der Gesichtsmuskulatur (FEMG). Ihre Reaktionszeit ist sehr schnell – sie liegt unter 2 Sekunden. Die FEMG ist besonders im Wachzustand aktiv, kann aber auch während einer Operation aktiviert werden. Die Gesichtsmuskulatur kann ebenfalls ein frühzeitiger Hinweis für das Aufwachen des Patienten sein. Dies zeigt sich in einem schnellen Anstieg der RE.

Wozu dient die EntropieÜberwachung?

Die Entropie ermöglicht eine auf den individuellen Bedarf des Patienten abgestimmte Titration von Anästhetika
Mittels Entropie wird die Aktivität des Gehirns gemessen, das Organ, in dem Anästhetika ihre Wirkung entfalten sollen. Sie gibt Aufschluss darüber, in welcher Phase der Anästhesie sich ein Patient befindet. Ferner konnte nachgewiesen werden, dass mittels Entropie der Verbrauch bestimmter hypnotischer Wirkstoffe gesenkt werden kann. Die Entropie bietet also wertvolle Unterstützung bei der individuellen Abstimmung der Narkosemittelverabreichung an Patienten.

Entropie zur besseren Kontrolle des Aufwachens und zur Optimierung des perioperativen Prozesses

Die Entropie-Überwachung kann bei Operationen zu einem schnelleren Erwachen und einer schnelleren Erholung des Patientenbeitragen. Sie ist ein Hilfsmittel zur Optimierung des perioperativen Prozesses und des Patientenaufkommens.

Integration von Informationen

Bei Integration des Entropie-Monitoring in ein Monitoringsystem werden die gemessenen Werte angezeigt, Trends erstellt und die gemessenen Werte werden zusammen mit allen anderen überwachten Parametern dokumentiert.

State Entropie (Anzeigebereich 0–91)

Der State Entropie-Wert ist immer kleiner oder gleich der Response Entropie. Die Einschätzung der hypnotischen Wirkung von Anästhetika auf das Gehirn kann auf der Grundlage des SE-Wertes erfolgen. Die SE wird nicht durch plötzliche Reaktionen der Gesichtsmuskulatur beeinflusst, da sie auf dem EEG-Signal basiert.
Muskelrelaxantien (NMBA), die in angemessener Dosierung für die Operation verabreicht werden, beeinflussen nach dem aktuellen Wissensstand nicht das EEG, jedoch das EMG.

 During awake state and induction there is a
difference between the two Entropies indicating
muscle activity on the face.
 Decrease in the Entropy measurement may
enable the physician to observe the moment
when patient loses responsiveness.
 Both Entropies stabilize during the operation.
Sudden peaks in RE during surgery are primarily
caused by activation of FEMG.
 Burst Suppression Ratio (BSR) can be selected
on the screen to indicate the amount of silent
periods in the raw EEG.
 At the end of the case, rise in both Entropies is
seen.

Adäquate Anästhesie

Bewusstlosigkeit, Amnesie, Antinozizeption und zumindest ein gewisses Grad an Immobilität kombiniert mit autonomer Stabilität: Dies sind verschiedene Ziele, die bei der Anpassung der Anästhesie an jeden Patienten angestrebt werden. Aus diesem Grund sind mehrere Messungen notwendig, um die adäquate Anästhesie
zuverlässig beurteilen zu können. Wenn Entropie zusammen mit anderen überwachten Parametern, wie den hämodynamischen Werten oder NMT, verwendet wird, ergibt sich das vollständige Bild des Patientenstatus auf einem Bildschirm Alle diese Werte werden für Trend- und Datenverwaltungszwecke im Patientenmonitor gespeichert.

Wir bei GE Healthcare/Anandic haben die Vision, Ihnen die gesamte Bandbreite an klinischen Parametern zur Verfügung zu stellen, damit Sie jedem Patienten eine präzise abgestimmte Anästhesie bieten können.